Altengamme, kurz vor der Elbe. Haus Anna Elbe: reetgedecktes Bauernhaus, eine Koppel, ein Altar aus Ästen. Kira und Henning haben hier im Juni geheiratet — freie Trauung am Nachmittag. Ich war von morgens bis nachts da, mit einer Kamera und dem Vorsatz, mich rauszuhalten, wenn es ernst wird. Das hier ist, was ich von dem Tag mitgenommen habe.
Cover — Auszug durch die Liebsten
Der Auszug. Kira und Henning kamen zurück, die Liebsten bildeten eine Gasse, Blüten flogen. Wenn ein Foto den ganzen Tag trägt, ist es dieses.
Ankommen
Die ersten Gäste standen schon auf dem Kiesweg, als ich anfing zu fotografieren. Jemand verteilte Streukörbchen mit Blüten, jemand kontrollierte noch einmal die Stuhlreihen. Henning ging zuerst, mit seinem Trauzeugen an der Seite, Schritt für Schritt zum Altar. Kira kam danach, am Arm ihres Vaters. Für mich war das die richtige Reihenfolge — so, wie die beiden sie wollten.
Die Trauung
Marco riss das Wort an sich und die Gäste gleich mit. Ich stand ein paar Meter seitlich und arbeitete leise, damit niemand merkte, dass überhaupt fotografiert wurde. Kira lachte laut an einer Stelle. Dann wurde es wieder still. Eine Passage, in der Marco Kira direkt ansah. Ein paar Köpfe drehten sich weg. Keiner hielt das trocken aus. Dann Ringe. Kuss. Auszug durch Blüten.
Nicht länger als zwanzig Minuten. Lieber ein Moment dazwischen als eine Stunde Pose.
Paarportraits · Feldweg bei Haus Anna Elbe
Ein Moment dazwischen
Nach der Zeremonie zog ich Kira und Henning kurz aus der Gesellschaft. Nicht länger als zwanzig Minuten — das ist mir bei Paarportraits fast immer wichtig. Lieber ein paar sehr ruhige Minuten zu zweit als eine Stunde Pose. Wir liefen den Feldweg entlang, die beiden redeten leise miteinander, ich blieb hinten dran. Das sind für mich die Fotos, auf denen sie genau die bleiben, die sie vor der Trauung waren.
Nebenher
Zwischen den großen Programmpunkten passieren die Fotos, die ich später am liebsten zeige. Die Mädels standen kurz zusammen, jemand rief etwas, alle drehten sich. Ich hatte eine halbe Sekunde Zeit. Und dann, am Rand des Paarshootings, ein schneller Snap: Beine, Schuhe, die kleinen Dinge, die sonst niemand mehr sieht.
Die Feier
Ich mag Reden von Trauzeugen, wenn sie gut sind. Bei Kira und Henning war es eine von denen, bei der alle gleichzeitig reagierten. Ich stand hinten im Raum, die Kamera tief, und schaute vor allem auf die Gesichter der Gäste — da passiert meistens mehr als beim Redner selbst. Lachen, kurz wegdrehen, weiterlachen. Genau das, was ich von einer Rede erwarte.
Tanz und Ausklang
Es gab keinen klassischen ersten Tanz. Kira und Henning hatten mir vorher gesagt, sie wollen lieber ganz locker zusammen tanzen — und genau das haben sie getan. Ich mag, wenn Paare mir sowas vorher sagen. Dann stehe ich nicht an einer Stelle und warte auf den großen Moment, sondern gehe einfach mit durch den Abend. Später draußen, unter den Lampen, lauschig und ohne Hektik.
Danke, Kira und Henning, für diesen Tag. Wenn ich die Fotos heute durchgehe, finde ich jedes Mal etwas, das ich am Tag selbst gar nicht gesehen habe. Daran merke ich, ob eine Reportage trägt.
Haus Anna Elbe in Altengamme
Das Haus Anna Elbe ist ein 300 Jahre altes Bauernhaus mitten in den Vierlanden, direkt am Altengammer Hauptdeich im Osten Hamburgs. Reetdach, Fachwerk, Ferienwohnungen im Haupthaus und in kleinen Waldhütten, die alte Diele für abends — und dahinter offene Felder bis zur Elbe.
Eine der Hochzeitslocations, an die ich gern zurückgehe. Sie hat die Ruhe, die eine Reportage braucht, und trotzdem ist man in einer halben Stunde wieder in Hamburg-City.